Ratgeber für Bildschirmarbeit

Lesebrille im Homeoffice: So arbeiten Sie angenehmer am Bildschirm

Im Homeoffice schauen viele Menschen länger auf Laptop, Monitor, Tablet und Smartphone. Eine passende Lesebrille, ein sinnvoller Bildschirmabstand, gutes Licht und kurze Pausen helfen, die Augen im Alltag zu entlasten.

Kurz gesagt: Für das Homeoffice ist eine Lesebrille sinnvoll, wenn sie zu Ihrem Arbeitsabstand passt. Am Bildschirm ist der Abstand oft größer als beim Lesen eines Buches. Deshalb kann dort manchmal eine etwas niedrigere Lesestärke angenehmer sein.
Person mit Lesebrille arbeitet entspannt an einem hellen Homeoffice-Arbeitsplatz am Laptop

Welche Lesebrille passt für das Arbeiten im Homeoffice?

Die passende Lesebrille für das Homeoffice hängt vor allem vom Abstand ab: Buch, Smartphone und Monitor liegen oft nicht gleich weit von den Augen entfernt. Eine klassische Lesebrille kann für nahe Texte gut passen, während der Bildschirm meist etwas weiter entfernt steht.

Wichtig ist deshalb nicht nur die Dioptrienstärke, sondern auch die Frage, wofür Sie die Brille nutzen: Lesen, Schreiben, Tabellen, Videokonferenzen oder der schnelle Blick aufs Smartphone.

1. Die richtige Stärke für Bildschirm und Schreibtisch wählen

Eine Fertiglesebrille unterstützt das Sehen im Nahbereich. Bei Lesebrille.de finden Sie Lesebrillen in gängigen Stärken von +1,0 bis +3,5 Dioptrien. Welche Stärke passt, hängt unter anderem von Ihrer Sehleistung, Ihrem Arbeitsabstand und der jeweiligen Tätigkeit ab.

Buch und Smartphone

Beim Lesen von Buch, Zeitung oder Smartphone ist der Abstand meist eher kurz. Dafür kann die gewohnte Lesestärke gut geeignet sein.

Laptop und Monitor

Der Bildschirm steht häufig weiter entfernt. Dann kann eine etwas niedrigere Stärke angenehmer sein als die Brille für sehr nahe Texte.

Mehrere Arbeitsbereiche

Wenn Sie oft zwischen Bildschirm, Papier und Smartphone wechseln, testen Sie die Stärke in Ihrem echten Arbeitsabstand.

Tipp: Wenn Sie zwischen zwei Stärken schwanken, kann für die Bildschirmarbeit eher die niedrigere Stärke sinnvoll sein. Der kostenlose Sehstärken-Check bietet Ihnen eine erste Orientierung.

2. Bildschirmabstand und Haltung bewusst einstellen

Ein angenehmer Arbeitsplatz beginnt mit einer ruhigen Sitzposition. Stellen Sie den Bildschirm so auf, dass Sie nicht nach vorne rutschen, den Kopf stark heben oder dauerhaft nach unten schauen müssen.

Abstand

Viele Menschen kommen mit etwa 50 bis 70 cm Abstand zwischen Augen und Bildschirm gut zurecht. Bei großen Monitoren darf der Abstand auch etwas größer sein.

Höhe

Der obere Bildschirmrand liegt idealerweise etwa auf Augenhöhe oder leicht darunter. So bleibt der Blick entspannt leicht nach unten gerichtet.

Praktische Prüfung: Setzen Sie Ihre Lesebrille auf und öffnen Sie eine typische Arbeitsseite mit normaler Schriftgröße. Wenn Sie sich zum Lesen deutlich nach vorne beugen oder den Kopf unnatürlich halten, passen Abstand, Schriftgröße oder Stärke wahrscheinlich noch nicht gut zusammen.

3. Licht und Reflexionen reduzieren

Blendung und Spiegelungen machen Bildschirmarbeit schneller anstrengend. Häufig hilft es schon, den Monitor seitlich zum Fenster auszurichten, direkte Sonne zu vermeiden und die Bildschirmhelligkeit an den Raum anzupassen.

Fenster seitlich nutzen

Stellen Sie den Bildschirm möglichst so, dass Fensterlicht nicht direkt von vorne blendet und sich nicht stark im Display spiegelt.

Helligkeit anpassen

Der Bildschirm sollte nicht grell leuchten, aber auch nicht zu dunkel sein. Ein guter Vergleich ist ein weißes Blatt Papier auf dem Schreibtisch.

Kontrast prüfen

Schrift sollte klar lesbar sein. Vergrößern Sie bei Bedarf die Darstellung, statt dauerhaft mit zusammengekniffenen Augen zu arbeiten.

4. Was ist mit Blaulichtfilter-Brillen?

Blaulichtfilter-Brillen können das Bildschirmlicht je nach Filter etwas wärmer erscheinen lassen. Manche Menschen empfinden das als angenehmer, besonders abends oder bei sehr kühler Bildschirmdarstellung.

Wichtig ist aber: Ein Blaulichtfilter ist kein sicher belegter Schutz vor Bildschirmbeschwerden. Studienübersichten zeigen, dass Blaulichtfilter-Brillengläser kurzfristig wahrscheinlich keinen klaren Vorteil gegenüber normalen Gläsern bei digitaler Augenbelastung haben.

Realistisch bleiben: Wenn Ihre Augen am Bildschirm müde werden, prüfen Sie zuerst Stärke, Abstand, Licht, Schriftgröße, Blinzeln und Pausen. Ein Blaulichtfilter kann eine praktische Ergänzung sein, ersetzt diese Grundlagen aber nicht.

5. Kurze Pausen für die Augen einplanen

Beim konzentrierten Blick auf den Bildschirm blinzeln viele Menschen seltener. Die Augen können sich dann trockener oder müder anfühlen. Kurze Blickwechsel und kleine Bewegungspausen helfen, den Arbeitstag angenehmer zu gestalten.

Die 20-20-20-Regel einfach erklärt

Schauen Sie etwa alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf einen Punkt in ungefähr 6 Metern Entfernung. Diese Regel ist keine medizinische Behandlung, aber eine einfache Erinnerung, den Blick regelmäßig vom Nahbereich zu lösen.

Blinzeln

Blinzeln Sie bewusst ein paar Mal, wenn sich die Augen trocken anfühlen.

Aufstehen

Nutzen Sie kurze Pausen, um Schultern, Nacken und Rücken zu lockern.

Wechseln

Unterbrechen Sie lange Bildschirmphasen, wenn möglich, durch Telefonate, Notizen oder andere Tätigkeiten.

6. Lesebrille sauber halten und gut aufbewahren

Fingerabdrücke, Staub und feine Schlieren stören besonders am Bildschirm. Reinigen Sie Ihre Lesebrille regelmäßig mit einem weichen Mikrofasertuch und bewahren Sie sie im Etui auf, wenn Sie sie nicht tragen.

Mikrofasertuch verwenden

Ein sauberes Mikrofasertuch ist für Brillengläser besser geeignet als Küchenpapier, Taschentücher oder Kleidung.

Etui griffbereit halten

Ein Etui schützt die Brille in Schreibtischschublade, Tasche oder Rucksack vor Kratzern und Druck.

Mehrere Orte bedenken

Viele Menschen nutzen eine Lesebrille am Schreibtisch und eine weitere für Küche, Sofa oder Tasche.

Wann sollten Sie Ihre Augen fachlich prüfen lassen?

Eine Fertiglesebrille kann im Alltag sehr praktisch sein, wenn beide Augen im Nahbereich ähnlich sehen und Sie die passende Stärke kennen. Sie ersetzt aber keine augenärztliche Untersuchung und keine individuelle Brillenanpassung.

Bitte abklären lassen: Wenn Beschwerden dauerhaft auftreten oder sich Ihre Sehleistung verändert, lassen Sie Ihre Augen fachlich prüfen. Das gilt besonders bei Kopfschmerzen, Schwindel, plötzlich unscharfem Sehen, Schmerzen oder deutlich unterschiedlichen Sehstärken beider Augen.

Häufige Fragen zur Lesebrille im Homeoffice

Brauche ich im Homeoffice eine spezielle Lesebrille?

Nicht immer. Wenn Sie am Bildschirm klar sehen und sich wohlfühlen, kann Ihre normale Lesebrille ausreichen. Wenn der Monitor weiter entfernt steht, kann eine andere Stärke angenehmer sein.

Ist eine Blaulichtfilter-Brille am Bildschirm notwendig?

Notwendig ist sie in der Regel nicht. Manche Menschen empfinden wärmeres Bildschirmlicht als angenehmer. Gegen digitale Augenbelastung sind passende Stärke, Abstand, Licht und Pausen aber meist wichtiger.

Welche Stärke ist am Computer sinnvoll?

Das hängt von Ihrem Arbeitsabstand ab. Für einen Monitor kann manchmal eine etwas niedrigere Stärke passen als für ein Buch oder Smartphone. Der Sehstärken-Check kann Ihnen eine erste Orientierung geben.

Warum werden meine Augen am Bildschirm müde?

Häufige Gründe sind ein ungünstiger Abstand, zu kleine Schrift, Blendung, seltenes Blinzeln, lange Arbeitsphasen ohne Pause oder eine nicht passende Brillenstärke.

Kann eine Lesebrille meine Augen schädigen?

Eine nicht passende Stärke kann das Sehen unangenehm machen, etwa durch müde Augen oder Kopfschmerzen. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie die Augen fachlich prüfen lassen.

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